"Alle saßen da wie die Idioten": Ukrainische und europäische Delegationen erfuhren bei US-Verhandlungen von Aufhebung der Sanktionen gegen russischen Diesel
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Ukrainische Amtsträger berichteten, dass ukrainische und europäische Delegationen am 9. Oktober bei Verhandlungen in den USA von den US-Sondergesandten Witkoff und Kushner hörten, dass die Vorbereitungen zur Aufhebung der Sanktionen gegen russischen Diesel laufen.
Dies berichtet The Kyiv Independent unter Berufung auf mehrere anonyme ukrainische Beamte, die an den Verhandlungen beteiligt oder diesen nahestehen.
Die ukrainische Delegation reiste am 9. und 10. Oktober zu Verhandlungen in die USA, um einen möglichen Energiewaffenstillstand mit Russland sowie eine separate Vereinbarung über die Beendigung von Angriffsoperationen im Schwarzen Meer zu besprechen.
Am 9. Oktober teilten die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner den Ukrainern mit, dass der US-Präsident sich darauf vorbereitet, die Sanktionen gegen russischen Diesel aufzuheben. Quellen zufolge konnten die Ukrainer dem Gehörten kaum glauben.
"Nicht nur unsere Delegation war dort, sondern auch die europäische. Alle saßen einfach da wie die Idioten", erzählte ein hochrangiger Beamter The Kyiv Independent.
Kiew wurde über die Entscheidung nicht im Voraus informiert. Selenskyj hatte öffentlich eingeräumt, dass Washington ein Abkommen mit Moskau erwägt, doch über die Details erfuhren die Beamten erst durch die Ankündigung an jenem Abend.
Dies veranlasste die Delegation zu Zweifeln, ob die USA nicht etwa hinter dem Rücken der Ukrainer und Europäer Bedingungen mit Moskau vereinbart hatten, während diese noch versuchten, die Parameter eines Energiewaffenstillstands festzulegen.
"Es fühlte sich an wie eine Falle", sagte der hohe Beamte.
Washington habe die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzuschränken, während Moskau gleichzeitig eine wirtschaftliche Atempause gewährt worden sei, so die Beamten. Kiew versteht nicht, warum man auf ein Druckmittel verzichten sollte, wenn Russland sich zu nichts verpflichtet und weiterhin ukrainische Energieanlagen angreift.
Die US-Seite machte Quellen zufolge Selenskyj für die Situation verantwortlich, weil er sich geweigert habe, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Den Ukrainern wurde zudem mitgeteilt, dass Washington die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an Kiew einstellen werde, die dabei helfen, Ziele in Russland zu treffen.
Ein anderer hochrangiger Beamter betonte, dass die Ukraine diesen Schritten nicht zugestimmt habe und dies auch ohne gegenseitige Schritte Moskaus nicht tun werde.
Einer der Beamten erklärte Trumps Entscheidung damit, dass dieser versuche, die Schuld für die Folgen seiner eigenen Politik von sich abzulenken.
"Und er selbst hat alle in einen Krieg im Iran hineingezogen, aus dem es keinen Ausweg gibt, und verkauft uns... Für eine temporäre, trügerische Atempause ein paar Wochen vor den Wahlen", sagte der Beamte.
- Zur Erinnerung: Am 9. Oktober sprach Trump von einem "außergewöhnlich erfolgreichen" Gespräch mit Putin und einer Vereinbarung über die Lieferung von russischem Diesel auf die Weltmärkte. Danach erteilte das US-Finanzministerium eine vorübergehende Exportlizenz.
- Selenskyj kritisierte diese Entscheidung. Seiner Aussage nach traf Trump die Vereinbarung mit Putin über den Dieslexport genau zu dem Zeitpunkt, als sich die ukrainische Delegation zu Verhandlungen in Florida befand. Selenskyj erklärte, das ukrainische Team werde "einfach als Feigenblatt benutzt".
- Die in Miami geplanten zweitägigen Verhandlungen der Delegationen aus der Ukraine, den USA und Europa endeten vorzeitig: Quellen von Radio Free Europe/Radio Liberty berichteten, dass "es keinen zweiten Tag geben wird".
