Wie man über Krebs spricht, ohne zu verletzen, und warum man das Wort „onkologisch krank“ meiden sollte
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In der Ukraine leben über 1,1 Millionen Menschen mit Krebserkrankungen, doch der öffentliche Raum produziert nach wie vor Mythen und stigmatisiert Patientinnen und Patienten. Um der Gesellschaft beizubringen, ethisch und korrekt über Krebs zu sprechen, hat die Plattform Diia.Osvita zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Global Medical Knowledge Alliance (GMKA) einen speziellen Leitfaden vorgestellt.
Das Material hilft Medien, medizinischem Personal und Wohltätigkeitsorganisationen, schädliche Stereotype abzulegen.
Falsch gewählte Wörter können falsche Vorstellungen erwecken, Angst verstärken und die Persönlichkeit ausschließlich auf die Diagnose reduzieren. Inessa Guyvanyuk, MD, MPA, Onko-Chirurgin und Co-Geschäftsführerin der GMKA, betont: Das Gesprächsformat beeinflusst direkt das Verständnis des Problems, die Einstellung der Menschen zu Vorsorge, Untersuchungen und Behandlung sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Krebs.
Der neue Leitfaden bietet Fachleuten praktische Orientierungspunkte zum Abbau schädlicher Vorurteile.
Der Leitfaden schlägt einen umfassenden Ansatz zur Beleuchtung des Themas vor. Das Produkt enthält konkrete Beispiele, ein Glossar für sensible Kommunikation und praktische Checklisten zur Überprüfung von Texten vor der Veröffentlichung. Expertinnen und Experten beleuchten grundlegende Aspekte:
medizinische Genauigkeit: Fachleute erklären die Unterschiede zwischen Risikofaktor und Ursache, Screening und Diagnostik, Remission und vollständiger Genesung;
menschenzentrierte Sprache: Die Autorinnen und Autoren raten dazu, die Persönlichkeit an die erste Stelle zu setzen, nicht die Diagnose, das Wort „onkologisch krank“ zu vermeiden und stattdessen Formulierungen wie „Mensch mit Krebs / Krebserkrankung“ zu verwenden. Gesondert betrachtet werden die Metaphern des „Kampfes“, des „Siegs“ und der „Niederlage“: Sie sollten einer Person nicht automatisch aufgedrängt werden, es sei denn, sie beschreibt ihre Erfahrung selbst so;
visuelle Ethik: Expertinnen und Experten raten dazu, die Vielfalt der Behandlungserfahrungen zu zeigen und kein stereotypes Bild eines „Menschen mit Krebs“ zu erzeugen. Die Darstellung eines Patienten im Bett oder einer Frau mit Kopftuch ist zulässig, man sollte jedoch klischeehafte Stockfotos mit Leid und Tränen vermeiden. Fachleute empfehlen, neutrale Illustrationen ohne emotionalen Druck zu wählen, wie etwa das Gespräch mit einem Arzt oder das Betrachten von Befunden, um keine negativen Stereotype zu formen;
besondere Kontexte: Der Leitfaden legt Empfehlungen für die Berichterstattung über Spendenkampagnen und Nachrichten über Diagnosen bekannter Persönlichkeiten ohne übertriebene Dramatisierung fest.
Die Bildungsplattform erweitert systematisch die Liste von Produkten zur Entwicklung emotionaler Intelligenz. Die CEO von Diia.Osvita, CDTO Campus, und Managerin gemeinsamer Projekte des Ministeriums für digitale Transformation sowie der Stiftung Ost-Europa Ruslana Korenchuk unterstreicht die kritische Notwendigkeit von Soft Skills für moderne Fachleute.
Die Basis von Diia.Osvita bietet bereits Bildungsserien für das Militär, Polizeibeamte, Staatsbedienstete, Familien von aus der Gefangenschaft Entlassenen und Texter an. Ab sofort haben auch die medizinische Gemeinschaft und Medienvertretende ein praktisches Werkzeug für eine korrekte, sensible und verantwortungsvolle Kommunikation über Krebs.
Das Hauptprinzip des vorgestellten Leitfadens lautet: Informieren Sie präzise, ohne Stigma und mit tiefem Respekt vor der Würde des Menschen. Sehen Sie sich die Materialien auf der Plattform Diia.Osvita an.